Hier sagen die Uralt-Ultras ihre Meinung, unabgesprochen und eigenverantwortlich!

Happos Westkurve die 111.te

Veröffentlicht am 01.08.2017

Der erste von insgesamt 34 Spieltagen der Regionalliga West liegt nun hinter uns.
Zeit für ein Resümee. RWE hat nach wie vor Tuchfühlung zur Tabellenspitze. Ganze zwei mickrige Punkte trennen die Jungs von der Hafenstraße von der Tabellenspitze.
Na also, geht doch.
Wer das Geschreibsel ernst nimmt, ist selber schuld.

Ernst werde ich aber, wenn es um die Solidaritätsbekundungen aus Teilen der Essener Fan-Szene mit der notgedrungen aufgelösten Dortmunder Gruppierung „0213 Riot“ geht. Ich beteilige mich nicht an Stammtischparolen und das hat nichts damit zu tun, dass ich eh lieber am Tresen stehe, nein, mit solchen Aktionen zeigt man deutlich, dass es den Initiatoren eher um die Zurschaustellung ihrer Gesinnung geht, weniger um den Verein. Sich als Outlaw zu fühlen, hat auch seinen Reiz. Dabei sind auch sie ein Teil dieses Spielchens, wissen ganz genau, wie es abläuft.

Ohne die Banner gäbe es die medienwirksamen Bilder nicht, stimmt. Doch wer instrumentalisiert hier eigentlich wen? Ich wehre mich dagegen in Sippenhaft genommen zu werden, in eine Ecke gestellt zu werden, so wie früher in der Schule, diese Zeiten sind zum Glück vorbei und schon gar nicht passe ich in eine Schublade.
Das gilt ganz sicher ebenso für die erdrückende Mehrheit der RWE-Fans, da lege ich meine Hände für ins Feuer. An alle Außenstehende und Daheim-Gebliebenen, die angebliche Solidarität der Rot-Weiss Fans ist weitaus kleiner, als die Größe der gezeigten Banner es vermuten lässt.

Die „Kurve“ ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Ein Selbstreinigungsprozess wird nicht stattfinden, niemals. Sowas funktioniert nur in der Automobilbranche.
Gifte lassen sich halt schlecht bis gar nicht fotografieren, also alles halb so schlimm.

Wenn ich zu Rot-Weiss Essen gehe, dann will ich eigentlich nur Spaß, Spannung und Emotionen auszuleben.
Ich will die Mannschaft sehen, kämpfend und siegend. Ist das zu viel verlangt?
Probleme habe ich auch so reichlich.

Sportlich gesehen lief es gar nicht so übel im Stadion Rote Erde, zeitweise sogar hervorragend, vor allen Dingen in den ersten 45 Minuten. Auffällig, die Konter wurden mit hohem Tempo vorgetragen.
Auffällig auch, ein massiver Leistungsabfall wie in den letzten Spielzeiten oft erlebt, war in diesem Match nicht zu beklagen.
Auffällig wie in den Vorbereitungsspielen, Neuzugang Kai Pröger. Wächst da etwa neuer Erwin Koen heran?
Sah schon stark nach Fußball aus, was in Dortmund geboten wurde. Von beiden Mannschaften wohlgemerkt.
Ein echter Appetitanreger.
Wenn die Truppe so hungrig auf einen Sieg ist, wie ich auf das nächste Spiel gegen den Wuppertaler SV, dann dürfte der Besuch im Stadion Essen ein echtes Erlebnis für jeden Fußball-Fan werden. Der erlösende Siegtreffer blieb den Essenern noch versagt, gegen den WSV wird er fallen, hundert pro!
In Essen wird es nie ein Opernpublikum geben, aber auch die Liebhaber dieser Musikrichtung werden auf ihre Kosten kommen, wenn „Die Meistersinger von Essen“ erstmal auf Betriebstemperatur sind. Überzeugt? Dann überzeugt Euch selbst.

Bis Sonntag, anne Hafenstraße.

der Happo

Der Artikel erschien unter dem Titel "RWE und die "Meistersinger von Essen" in der WAZ und NRZ, Lokalteil Essener Sport

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