Hier sagen die Uralt-Ultras ihre Meinung, unabgesprochen und eigenverantwortlich!

Happos Westkurve die 110.te

Veröffentlicht am 25.07.2017

Wer schreibt eigentlich seit Jahren die Drehbücher an der Hafenstraße? Diese ewigen Wiederholungen nerven nur noch, im TV übrigens auch. Jahr für Jahr verletzen sich wichtige Spieler, noch ehe der Startschuss zur neuen Saison ertönt. Ist der Ausfall von Neuzugang Daniel Engelbrecht schon schwer zu verkraften, fehlt den „Roten“ mit Kamil Bednarski, einer der wenigen Offensivakteure mit Torinstinkt, ebenfalls einige Wochen.
Wat nu?
Der vor kurzen verpflichtete Herr Hervenogi Unzola, ist eher für die Defensive vorgesehen. Anders als meine Wenigkeit, der laut Aussage einer meiner zahlreichen Chefs, überall einsetzbar, aber für nix zu gebrauchen ist, scheint der Ex-Verler tatsächlich den Abwehrbereich verstärken zu können, eben weil er dort variabel einsetzbar ist und entsprechende Qualität mitbringt.
Doch vorne drückt der Schuh, obwohl in den Vorbereitungsspielen sich ausgerechnet die Hintermannschaft bei Standards als Achillesferse erwies.
Probespieler Adel Daouri wurde nach seinem 45-minütigen Bewerbungseinsatz gegen den TSV Steinbach von den sportlich Verantwortlichen als zu leicht befunden, weil er einfach zu schwer ist. Die neuen, eigentlich nett anzuschauenden Jako-Trikots kannten da keine Gnade.
Wird also nichts mit der Schlagzeile „Adel verpflichtet“.
Das wars dann aber auch schon mit der Spannung, mehr hatte die Generalprobe gegen den Süd-West Regionalligisten aus dem knapp 800 Seelen-Dorf nicht zu bieten, jedenfalls was RWE betrifft. Zu überlegen agierte der Gast, nicht nur im Tore erzielen, vielmehr auch was Spielanlage, Dynamik und Cleverness anging.
Ernüchternd.
Wir Fans warten sehnsüchtig auf den von Sportdirektor Jürgen Lucas angedeuteten ominösen, drittligaerfahrenen Angreifer, wer immer das auch sein mag. Wenn er dann noch beidfüßig ist, umso besser, denn auf einem Bein kann man bekanntlich nicht stehen.
Insgesamt betrachtet, keine optimalen Voraussetzungen für eine erfolgreiche neue Spielzeit.
Wobei ein Jeder oder eine Jede den Begriff „erfolgreich“ anders definiert.
Aufstieg und sonst gar nix - oder reichen spannende Spiele mit spürbarer Weiterentwicklung der einzelnen Spieler und des Spielsystems? Die allgemeine Grundstimmung ist von Skepsis geprägt. Oder trifft realistisch es besser?
Auch wenn es einige meinen, aber ganz so doof bin ich nicht, als dass die sportlichen wie finanziellen Probleme (ich nenne sie bewusst so) mir vorborgen blieben. Im Gegenteil, mir wird ein wenig mulmig, gerade wenn´s um Geld geht. Es sei denn, die Sparkasse Essen steigt wieder nachhaltiger ein.
Rot-Weiss Essen gehört zu meinem Leben und ich will ein gutes Leben führen.
Deshalb gebe ich die Hoffnung auf eine gute Saison nicht auf.
Sonntag in Dortmund, gegen die Zweitvertretung vom BVB, Kerl, wir haben deren Erste vor kurzem mit 3:2 besiegt, was soll da schiefgehen?! Zudem heißt deren neuer Trainer Jan Siewert. Der will nur das Beste für RWE, hat er gesagt, echt.
Rot-Weiss wird gewinnen, darauf wette ich und spendiere meine Kolumnen-Gage für die am 05.August um 23.59 Uhr endende Dauerkartenwette bei den Uralt-Ultras zu Gunsten der RWE-Damen. Es lohnt sich, auch für Kulturliebhaber, denn jetzt können dort ZUSÄTZLICH zweimal zwei Freikarten für eine Wunschvorstellung des famosen Ruhrpott Revue Theater gewonnen werden. Danke, lieber Achim Hohenberg.
Meine Wunschvorstellung für RWE: Kämpfen und Siegen, Stimmung statt Randale.

Rot-Weisse Grüße,
der Happo

Der Artikel erschien unter dem Titel "Die Drehbücher an der Hafenstraße sind Wiederholungen" in der WAZ und NRZ, Lokalteil Essener Sport

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